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***FREIGELASSEN*** Die Gesichter & Geschichten hinter den Geiseln – Avinatan Or

JERUSALEM, 03.12.2023 (NH) – Wir wollen den Geiseln in Gaza ein Gesicht geben und ihre Geschichten erzählen. Gemeinsam halten wir unseren Alltag für ein paar Minuten an und vereinen uns im Gebet für die Heimkehr eines jeden Einzelnen.

„Wer auch nur ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“ (Mischna, Sanhedrin 4:5) 

Avinatan Or (30), Tel Aviv 

Das Video der Entführung von Avinatan und seiner Freundin Noa Argamani, die auf der Party in der Nähe des Kibbuz Reim feierten, sorgte für weltweites Entsetzen.  Ein Bild der beiden zierte sogar die Titelseite der britischen Daily Mail. Noa wurde von Hamas-Terroristen gewaltsam auf ein Motorrad gesetzt. Die junge, bildhübsche Frau streckte ihre Arme nach Avinatan und schrie „Tötet mich nicht“. Die Terroristen trennte das junge Paar und entführte beide nach Gaza. Berichten zufolge versteckte sich das Paar stundenlang, verschickte ihren Standort und rief verzweifelt per SMS um Hilfe. Die Retter trafen jedoch zu spät ein: Hamas-Terroristen hatten das Paar bereits entdeckt.

Avinatans Familie erzählt, dass die beiden planten, in naher Zukunft zusammenzuziehen. Aviatan wird als „wundervoller Mitmensch“ beschrieben. Sein Bruder berichtet, der 30-Jährige habe immer viel zuhause gelholfen und seine Familie konnte sich immer auf ihn verlassen. Avinatan liebt Bücher, ist ein fabelhafter Gesprächspartner und kocht liebend gern für Familie und Freundeskreis. Von der Entführung ihres geliebten Bruders und Sohnes erfuhren sie über das Hamasvideo.

Avinatan hatte sein Elektrotechnik- und Informationstechnikstudium an der Ben-Gurion-Universität erfolgreich abgeschlossen und arbeitet bei der Firma „Nvidia“. Während seines Studiums arbeitete er freiwillig bei der Organisation „Perach“ und der pädiatrischen Onkologie im Soroka-Krankenhaus. Perach, auf Deutsch Blume, ist ein soziales Projekt, bei dem Studenten als Mentoren für Kinder fungieren, die akademische und emotionale Hilfe benötigen. Der Freiwillige lässt seinem Schützling persönliche Aufmerksamkeit zukommen und entwickelt sich so mit der Zeit zu einem positiven Vorbild. Die seelische Unterstützung hilft dem Kind, auf diese Art sein eigenes, angeborenes Potenzial zu entdecken und ein positives Selbstwertgefühl zu entwickeln. Jedes Jahr nehmen etwa 20% aller israelischen Studenten an dem Projekt teil – so auch Avinatan. 

Avinatan, wir beten für Deine Rückkehr.

*** UPDATE***

Im Rahmen eines Geiselabkommens haben die Terrororganisationen Hamas, Islamischer Dschihad und weitere Terrormilizen am 13. Oktober 2025 die restlichen 20 lebenden israelischen Geiseln nach mehr als 739 Tagen freigelassen. Die Übergabe fand an zwei verschiedenen Orten im Gazastreifen statt. Avinatan Or, Matan Angrest, Yosef Chaim Ohana, Matan Zangauker, Ariel Cunio, David Cunio, Elchanan Buchbot, Bar Kuperstein, Evyatar David, Guy Gilboa Dalal, Maxim Herkin, Eitan Mor, Ziv und Gali Berman, Omri Miran, Rom Braslavski, Eitan Horn, Segev Kalfon, Nimrod Cohen und Alon Ohel kehrten am Morgen ohne eine propagandistisch aufgeladene Zeremonie nach Israel zurück. Auf einer Militärbasis nahe der Grenze zum Gazastreifen konnten sie ihre Familien in die Arme schließen. Willkommen zuhause.

Nun erwartet Israel die Freigabe aller sterblichen Überreste von 28 Israelis, die am 7. Oktober massakriert und entführt oder in Gefangenschaft hingerichtet wurden.

Im Rahmen des Abkommens ist Israel verpflichtet, 1.950 Terroristen freizulassen, darunter 250 Massenmörder mit mehrfachen lebenslänglichen Haftstrafen.

Foto: Forum der Familien und Freunde von Hunderten von unschuldigen Entführten, die von der Hamas als Geiseln genommen wurden.

Titelbild: Avinatan Or. Foto: privat

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