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Nasrallah droht mit präzisen Raketen auf Eilat – Heimatfrontkommando bereitet Informationskampagne vor

JERUSALEM, 18.02.2024 (NH) – Im Schatten einer Eskalation an der Nordfront haben sich Israels Verteidigungsminister und der Hisbollah-Generalsekretär einen weiteren Schlagabtausch geliefert. Nachdem bei libanesischen Raketenangriffen eine Soldatin getötet und mehrere Zivilisten zum Teil schwer verletzt wurden, richtete Verteidigungsminister Yoav Gallant  drohende Worte an Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah. Der libanesische Terrorchef zielt mit seinen Angriffen jedoch weiter auf „große Verluste und die absolute Niederlage des Feindes“.

Hisbollah-Raketen sorgen für Zerstörung und Tote

Massive Raketenangriffe der Hisbollah auf israelische Städte und Armeestützpunkte töteten vergangene Woche eine Soldatin und verletzten fast ein Dutzend Zivilisten. Jüngst sorgte ein Raketeneinschlag in einem Hühnerstall in der Gemeinde Margaliot  für erhebliche Schäden. Dem Besitzer zufolge wurden viele der 9.000 Hühner bei dem Einschlag getötet. Gegenüber dem israelischen Nachrichtensender Kanal 12 klagten zurückgebliebene Bewohner der Nordgrenze: „Wieder einmal sehen wir, dass die Hisbollah ihr Feuer auf uns Bauern und unsere Lebensgrundlage richtet.“

Verteidigungsminister und Komiteemitglied des Kriegskabinetts, Yoav Gallant, wandte sich nach den Ereignissen mit drohenden Worten an den amtierenden Terrorchef: „Wir können nicht nur 20 Kilometer von der Grenze entfernt angreifen, sondern auch 50 Kilometer, in Beirut oder anderen Orten. Das israelische Militär verfügt über weitere sehr signifikante Machtdemonstrationen“. Der abschreckenden Rede folgte ein massiver israelischer Militärangriff, der libanesischen Medienberichten zufolge zum Tod von elf Zivilisten führte und viele weitere verletzte.

Nasrallah bei seiner Rede am vergangenen Freitag. Der Terrorchef droht mit Raketenbeschuss auf die südlichste Stadt Israels. Foto: Video Screenshot

Keine Einigung auf politischer Ebene

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah zeigte sich in einer Rede am Freitag unbeeindruckt. Der Generalsekretär erklärte detailliert, welche Raketen und Angriffsdrohnen die Terrororganisation in ihrem Kampf gegen den jüdischen Staat in den vergangenen Tagen eingesetzt hatte, die zu den blutigen Erfolgen führten. Der Terrorchef machte deutlich, dass „der Widerstand im Libanon über enorme und präzise Raketenkapazitäten verfügt, die sich von Kiryat Shmona bis Eilat erstrecken“. Jegliche „Vorschläge westlicher Delegationen“ eine politische Einigung in dem Konflikt zu finden, fegte Nasrallah vom Tisch. „Unser Ziel auf der Widerstandsachse ist es, dem Feind in dieser Schlacht größte Verluste zuzufügen, um ihn zur Niederlage und zum Rückzug zu zwingen“, so Nasrallah.

Notfallplan im Falle einer Eskalation

Der Raketenbeschuss der Hisbollah auf den Norden Israels führte jüngst auch zu Stromausfällen in der Stadt Kiryat Shmona. Der Schaden zeigte ein weiteres Mal, wie wichtig es ist, das zivile Systeme für weitere Eskalationen mit dem Libanon vorzubereiten. Verteidigungsminister Gallant wies daraufhin am vergangenen Donnerstag das Heimatfrontkommando dazu an, eine öffentliche Informationskampagne über mögliche Kriegsszenarien vorzubereiten. Die Kampagne soll nicht nur  Szenarien wie Strom-, Energie- und Lebensmittelversorgung, sondern auch die Evakuierung von Krankenhäusern abdecken. Den Nationalen Notfallbehörden und dem Verteidigungsministerium ist klar: im Falle eines totalen Krieges mit dem Libanon würde die Hisbollah versuchen, Elektrizitätswerke zu treffen, um längere Stromausfälle zu verursachen. 

Die Kriegskampagne wurde bis vor kurzem noch heiß debattiert. Das Heimatfrontkommando muss das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit hinsichtlich eines drohenden Krieges mit der Hisbollah schärfen, aber Hysterie unter der Zivilbevölkerung vermeiden. Weiter beobachtet der Hisbollah-Chef die Geschehnisse im Heiligen Land genau. Ein Panikausbruch in Israel könnte Nasrallahs weitere Schritte immens beeinflussen.

Titelbild: Verteidigungsminister Yoav Gallant während einer Pressekonferenz auf dem Stützpunkt Hakirya in Tel Aviv. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

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