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Dramatische Rettungsaktion: Geisel lebend aus Hamas-Tunnel im Gazastreifen befreit

JERUSALEM, 27.08.2024 (TM) – Spezialeinheiten der israelischen Armee haben am heutigen Dienstag die Geisel Farhan Alkadi (52) nach 326 Tagen Gefangenschaft befreit. Der Beduine ist verheiratet und Vater von elf Kindern. Er war am 7. Oktober entführt worden, als er als Wächter in einer Kibbuz-Verpackungsfabrik arbeitete. Insgesamt befinden sich noch 108 Geiseln in Gefangenschaft, von denen mindestens 34 tot sein sollen.

Die Rettungsaktion fand in einem Tunnel im südlichen Gazastreifen statt, wo Alkadi während einer komplexen Operation, an der Shayetet 13, die 401. Brigade, Yahalom und Kräfte des Shin Bet beteiligt waren, allein gefunden wurde. Sein Gesundheitszustand ist stabil und er wurde zur medizinischen Untersuchung in das Soroka-Krankenhaus in Beersheva gebracht. Dort wurde er von jubelnden Verwandten empfangen. Hathem, Alkadis Bruder, sagte, die Familie sei überglücklich über die Nachricht seiner Rettung: „Wir sind allen dankbar und hoffen, dass er wieder gesund wird“.

Abgemagert, aber in gutem Zustand

In einer Mitteilung des Krankenhauses heißt es, der Gerettete sei ersten Tests unterzogen worden. Er sei bei vollem Bewusstsein und in gutem Allgemeinzustand. Fotos aus dem Krankenhaus zeigen, dass der 52-Jährige deutlich dünner ist als vor seiner Entführung.

Der Sprecher der israelischen Armee, Konteradmiral Daniel Hagari, erklärte, die Operation zur Befreiung der Geisel Farhan Alkadi sei „mutig und komplex“ gewesen und habe auf genauen Geheimdienstinformationen beruht. Details könnten aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden.

Farhan Alkadi und der kommandierende Offizier der 162. Division, Brigadegeneral Itzik Cohen, kurz nach der Rettung. Foto: IDF

In hebräischen Medienberichten heißt es: „Um 11 Uhr begannen die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) mit einer verstärkten Operation in Rafah, nachdem sie Informationen über lebende Geiseln in dem Gebiet erhalten hatten. Die Truppen starteten eine Suchaktion, nachdem sie von Bewohnern des Gazastreifens einen Hinweis auf einen Tunnel bekamen, in dem sich israelische Geiseln befinden sollten. Acht Terroristen eröffneten während des Einsatzes das Feuer auf die Truppen und wurden getötet. Der Entführte wurde schließlich in einem Tunnelschacht lokalisiert.“

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu telefonierte nach Angaben seines Büros mit der geretteten Geisel. Netanjahu teilte Alkadi mit, dass „ganz Israel von seiner Rettung begeistert ist“. Er werde „weiterhin alles tun, um alle Geiseln nach Hause zu bringen“.

Staatspräsident Isaac Herzog zeigte sich „überglücklich“ über die Rettung. „Ich gratuliere den Streitkräften, dem Shin Bet und allen Sicherheitsdiensten. Dies ist ein Moment der Freude für den Staat Israel und die gesamte israelische Gesellschaft“, so Herzog.

Geiselfamilien fordern Verhandlungslösung

Das Forum der Geisel-Familien begrüßte die Befreiung. „Er hat 326 Tage in Gefangenschaft ausgeharrt“, erklärte der Dachverband der Angehörigen. „Alkadis Heimkehr grenzt an ein Wunder. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Militäroperationen allein die restlichen 108 Geiseln nicht befreien können“, so die Gruppe weiter. „Eine Verhandlungslösung ist der einzige Weg“.

Mit einem Armeehubschrauber wurde der Gerettete ins Krankenhaus nach Beersheva geflogen. Soldaten stützten ihn auf dem Weg in die Klinik. Foto: IDF

Alkadi ist die achte Geisel, die seit Beginn des Krieges lebend aus dem Gazastreifen befreit wurde. Im Juni wurden Noa Argamani, Almog Meir Jan, Shlomi Ziv und Andrey Kozlov in der gewagten Operation „Arnon“ aus Nuseirat im zentralen Gazastreifen in Sicherheit gebracht. Im Februar wurden Fernando Simon Marman und Louis Har aus Rafah gerettet, und Ende Oktober wurde der Soldat Uri Magidish befreit.

Titelbild: Die freigelassene Geisel Farhan Alkadi (rechts) auf einem Selfie, das sein Bruder im Soroka Medical Center in Beersheva aufgenommen hat. Foto: privat

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