
Schabbat-Duft: Traditionelle Rezepte zum Nachkochen (147): Challiot Shabbat – Schabbat-Brötchen
Von Nadine Haim Gani
JERUSALEM, 07.11.2024 – Noch vor einigen Jahren gab es die großen Schabbatbrote, Challot, die der Vater zum Kiddusch und den Schabbatmahlzeiten segnet, nur am Wochenende zu ergattern. Unter der Woche suchte man nach den leckeren Schabbatbroten vergeblich.
In den vergangenen Jahren haben sich jedoch Challiot, kleine, sehr weiche Schabbatbrötchen, auch unter der Woche etabliert. Sie können mit deftigen Speisen wie Schnitzel oder Hackbällchen und süßen Beilagen wie Butter und Marmelade genossen werden. Die kleinen Schabbatbrötchen sind inzwischen so beliebt, dass auf den israelischen Gemüsemärkten sogar Imbissstuben ihre Challiot mit den verschiedensten Beilagen verkaufen. Auch bei uns ist deftige Hausmannskost sehr beliebt, und die kleinen Backwaren haben Einzug gehalten. Aber um die Challiot zu belegen, schieben wir erst einmal ein Blech der hübschen Brötchen in den Backofen. Damit auch Sie das israelische Schabbatflair in den eigenen vier Wänden genießen können, haben wir das Rezept für die Herstellung der Challiot für Sie festgehalten. Also, los geht’s!
- Kochzeit: 4 Stunden, lange Ruhezeiten
- Portionen: 12 Brötchen à 150 g
- Schwierigkeitsgrad: fortgeschritten

Zutaten:
- 1 kg Weizenmehl
- 2 EL Trockenhefe
- 100 gr Zucker
- 500 – 550 ml kaltes Wasser
- 100 ml Öl
- 1 großer EL Salz
- 1 Ei zum Bestreichen (optional)
- Etwas Sesam (optional)

Zubereitung:
Und so geht’s: Zur Herstellung unseres Challiot-Teiges verwenden wir unsere Küchenmaschine. Bei einer Teigverarbeitung per Hand ist der Ablauf jedoch derselbe. Das Mehl wird in die Schüssel der Küchenmaschine gegeben (alternativ in eine andere große Schüssel). Zuerst den Zucker, dann die Hefe dazugeben und miteinander vermischen. Unter ständigem Kneten langsam das kalte Wasser und dann das Öl dazugießen. Wird mit der Küchenmaschine gearbeitet, sind die Angaben des Herstellers zur Aufbereitung von schweren Teigen zu beachten. Bei meiner persönlichen Maschine arbeitet der Knethaken auf Stufe 2.

Die Zutaten etwa 10 Minuten zu einem anfänglichen Teig verarbeiten, dann das Salz dazugeben und den Teig zwei Minuten weiter kneten. Der Teig sollte gegen Ende der Verarbeitung am Boden und an den Seiten der Schüssel haften. Anschließend den Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht geölte Schüssel geben. Vor dem Abdecken die Teigkugel leicht einölen, damit der Teig nach dem Treiben nicht an der Abdeckung kleben bleibt. Gut abgedeckt eine Stunde und 45 Minuten aufgehen lassen.


Die Arbeitsplatte etwas mit Mehl bestäuben und den Teig vorsichtig darauf gleiten lassen.

Mit einem Teigmesser oder einem scharfen Küchenmesser den Teig grob in zwölf Teile aufteilen. Auch hierbei werden die Teigstücke nicht geknetet oder gerollt.
Wir arbeiten jeweils mit einem Teigstück. Die restlichen Teigteile beiseitelegen und unbedingt mit einem Küchenhandtuch abdecken, damit der Teig nicht austrocknet.

Das erste Stück wird beidseitig leicht mit wenig Mehl bestäubt und grob rechteckig ausgerollt. Anschließend wird das Rechteck langsam und gleichmäßig von oben nach unten zu einer etwa 60 cm langen Teigschlange aufgerollt. Die Enden der Schlange gut zusammendrücken.


Die Teigstränge werden nun zu Brötchen in Form einer Acht gedreht.
Dafür ist es am besten, mit einem Metermaß oder Maßband zu arbeiten, damit alle Brötchen die gleiche Größe haben.
Zuerst wird das rechte Ende des Teigstrangs zu einer Art Öse geformt.
Dazu wird das rechte Teigende etwas weniger als mittig (25 cm, siehe Maßband) auf die Teigschlange gedrückt. So entsteht eine Art „Verbindungspunkt”.

Das zweite, linke Teigende wird über dem Verbindungspunkt gelegt und links unter der Öse wieder herausgeführt (siehe Foto). Das Teigende bzw. „Zipfelchen” zeigt Richtung Massband.

Die Teigöse vorsichtig anheben und in Richtung unseres Teigzipfels zu einer Art 8 drehen. Im oberen Bereich des Brötchens erhalten wir jetzt eine Art kleines Teigloch.

Den Teigzipfel, der in Richtung unseres Maßbandes zeigt, anheben und durch das entstandene Loch ziehen.

Das Brötchen leicht in Form drücken und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken.
Nacheinander werden so alle zwölf Teigteile zu achtförmigen Brötchen gerollt bzw. gedreht und mit einem kleinen Abstand nebeneinander auf dem Backblech ausgelegt.

Die fertig geformten Challah-Brötchen abdecken und 30 Minuten ruhen lassen.
Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.

Nachdem die Backwaren ein weiteres Mal geruht haben, wird ein Ei in eine Schüssel geschlagen und alle Brötchen vorsichtig damit bestrichen. Wer möchte, kann auf das Ei verzichten und stattdessen Wasser mit Dattelsirup vermischen und auf die Brötchen auftragen. Die „feuchten” Teiglinge mit etwas Sesam garnieren.

Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad Umluft auf mittlerer Schiene genau 33 Minuten goldbraun backen. Die frisch gebackenen Brötchen sofort mit einem großen Handtuch abdecken und ein paar Minuten ruhen lassen.

Unsere Brötchen sind luftig, locker und sehr lecker!

Ob süß oder deftig, mit Schokolade oder als Basis für Schnitzel, Hackbällchen und Omelett – unsere Brötchen sind einfach umwerfend.
Sobald die Brötchen abgekühlt sind, in einer sauberen Tüte lagern.
Wir wünschen unseren Lesern ein herzliches Schabbat Schalom und Bete-avon!