
Schabbat-Duft: Traditionelle Rezepte zum Nachkochen (181): Kzizot Tuna be’Rotev – Thunfischfrikadellen in Soße
von Nadine Haim Gani
JERUSALEM, 03.07.2026 – Während einer der jüdischen Feiertage wurden wir bei unserer lieben Oma Jael, der Mutter meiner angeheirateten Schwägerin und längst unsere ganz persönliche „Adoptiv-Oma“, mit einem großen Topf saftiger Fischhackbällchen in aromatischer Tomatensoße verwöhnt. Schon beim Öffnen des Topfes erfüllte der Duft von Knoblauch, Zitronensaft und warmen Gewürzen die Küche und ließ keinen Zweifel daran, dass hier ein Gericht mit Geschichte auf dem Herd stand. In Omas Küche wird nicht einfach gekocht, hier werden Erinnerungen bewahrt. Die zarten Kzizot Tuna be’Rotev gehören zu ihren klassischen Schabbatgerichten, die seit Generationen von Hand zu Hand, von Herz zu Herz weitergegeben werden. Ohne Schnickschnack, dafür mit viel Gefühl, Geduld und Liebe entstehen diese Fischbällchen, die in der Soße sanft vor sich hin köcheln und den Raum mit Geborgenheit füllen. Es ist ein einfaches, ehrliches Essen, das nach Zuhause schmeckt, nach Familie und gemeinsamem Innehalten – und das auf keinem festlich gedeckten Schabbattisch fehlen darf. Natürlich haben wir das wunderbare Rezept von Oma Jael bekommen und möchten es Ihnen nicht vorenthalten. Also, los geht’s!
- Kochzeit: ca. 1 Stunde 15 Minuten
- Portionen: 1 großer Topf (ca. 40 Fischfrikadellen)
- Schwierigkeitsgrad: mittel

Zutaten:
Für die Frikadellen:
- 1 kg frischer roter Thunfisch, gehackt
- 2 Kartoffeln
- 4 Knoblauchzehen
- 60 gr Koriander oder Petersilie (oder eine Mischung aus beidem)
- 1 Ei
- 2 EL Zitronensaft
- 2 EL Öl
- 1 TL Salz
- ½ TL Pfeffer
- 1 TL Paprika, edelsüß
- ½ TL Paprika, rosenscharf
Für die Soße:
- 5 EL Öl
- 6–7 Knoblauchzehen
- 3 EL Tomatenmark
- 2 TL Salz
- ½ TL Pfeffer
- 1 TL Paprika, edelsüß
- ½ TL Paprika, rosenscharf
- 1 TL Kurkuma (Gelbwurz)
- 5 Tomaten
- 2 EL Zitronensaft
- 300 ml Wasser
Zum Garnieren (optional):
- Etwas frischer Koriander oder Petersilie

Zubereitung:
Und so geht’s: Zuerst bereiten wir die Thunfischfrikadellen vor. Den gehackten roten Thunfisch in eine große Schüssel geben. Kartoffeln und Knoblauch schälen. Die Kartoffeln fein reiben, anschließend mithilfe eines sauberen Küchentuchs gut ausdrücken und zum Fisch geben. Die Knoblauchzehen über den Fisch pressen.
Koriander und/oder Petersilie gründlich waschen, fein hacken und ebenfalls in die Schüssel geben. Ei, Zitronensaft, Öl sowie alle Trockengewürze hinzufügen und die Masse gründlich mit den Händen verkneten, bis eine homogene Mischung entsteht.

Die Fischmasse abdecken und bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank ruhen lassen.

Nun Machen wir uns an die Soße. In einem beschichteten, breiten Topf das Öl erhitzen. Die Knoblauchzehen schälen, ins heiße Öl pressen und etwa 30 Sekunden bis 1 Minute leicht anbraten. Das Tomatenmark hinzufügen und gründlich unterrühren. Anschließend alle Trockengewürze dazugeben und gut vermengen.
Die Tomaten waschen und in der Küchenmaschine fein pürieren. Das Tomatenpüree in den Topf geben und alles gut verrühren. Bei mittlerer Hitze und offenem Deckel etwa 5 Minuten köcheln lassen.
Mit Zitronensaft abschmecken, das Wasser angießen und die Soße weitere 10–15 Minuten bei mittlerer Hitze und halb geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen.
Während die Soße langsam eindickt, aus der Fischmasse runde Frikadellen formen. Es entstehen etwa 40 Bällchen à ca. 35–38 g.

Die Frikadellen vorsichtig in die Soße legen, den Deckel schließen und alles bei mittlerer Hitze etwa 30–40 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Bällchen gar und schön saftig sind.

Das Gericht schmeckt besonders gut mit Reis oder Couscous.

TIPP: Wer es etwas schärfer mag, kann zusätzlich zum Knoblauch eine fein gehackte frische Peperoni mit anbraten.

Wir wünschen unseren Lesern ein herzliches Schabbat Schalom und Bete-avon!