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Schabbat-Duft: Traditionelle Rezepte zum Nachkochen (193): Of b’Teriyaki im Jerakot ve Bazal Mekurmal – Teriyaki-Hähnchen mit karamellisierten Zwiebeln & Gemüse

von Nadine Haim Gani

JERUSALEM, 23.10.2026 – Manchmal sind es die kleinen Geschichten aus dem Familienalltag, die uns zu unseren liebsten Rezepten führen. Mein mittlerer Sohn war vor Kurzem bei einer Klassenkameradin eingeladen – gemeinsam mit einigen Freunden. Und dort wurde nicht einfach nur gegessen: Die Gastgeberin hatte ein wunderbares One-Pot-Gericht gekocht, von dem anschließend alle schwärmten. Zartes Hähnchen, karamellisierte Zwiebeln, Kartoffeln und Süßkartoffeln, dazu eine glänzende, leicht süßlich-würzige Sauce, die sich um alle Zutaten legte und das gesamte Gericht in ein einziges großes Aromenspiel verwandelte. Natürlich musste ich sofort wissen, was da auf den Tisch gekommen war. Mein Sohn war sich jedenfalls ganz sicher: „Mama, das müssen wir unbedingt nachmachen!“ Gesagt, getan. Das Rezept wurde weitergegeben, bei uns zu Hause ausprobiert – und für so gut befunden, dass es nun unbedingt in unsere Schabbat-Rezeptsammlung gehört.

Was ich an solchen Geschichten besonders liebe: Man kann noch so viele Jahre kochen, backen und für die Familie am Herd stehen – manchmal bringt eine junge Köchin eine Idee mit, auf die man selbst noch nicht gekommen ist. Und genau das macht Kochen so schön. Rezepte wandern von Küche zu Küche. Sie werden weitergegeben, ausprobiert, verändert und schließlich zu einem Teil anderer Familientische. Dieses One-Pot-Gericht ist dafür ein wunderbares Beispiel. Die karamellisierten Zwiebeln geben dem Gericht Tiefe und eine natürliche Süße, das Hähnchen bleibt herrlich saftig und Kartoffeln sowie Süßkartoffeln saugen die aromatische Sauce förmlich auf.

Besonders wichtig ist dabei, nicht mit der Sauce zu sparen. Sie darf zu Beginn ruhig großzügig bemessen sein. Beim langsamen Schmoren nehmen das Gemüse und das Hähnchen einen großen Teil der Flüssigkeit auf. Am Ende bleibt eine wunderbar dicke, dunkle und glänzende Sauce zurück. Ein unkompliziertes Gericht, das vergleichsweise wenig Aufwand macht, aber nach viel mehr schmeckt – und damit genau das Richtige für einen gemütlichen Schabbat-Tisch ist. Also: Los geht’s!

Ein bezaubernder Teller! Etwas frischer Koriander und gerösteter Sesam bringen Farbe, Frische und einen schönen Kontrast auf den Teller.

  • Kochzeit: ca. 1 Stunde 30 Minuten
  • Portionen: 6–8 Personen
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
Zutaten:
  • 12 Hähnchenteile
  • 3 große weiße und/oder rote Zwiebeln
  • 1 TL Salz
  • 5–7 Kartoffeln
  • 3 Süßkartoffeln
  • 1 EL neutrales Öl zum Anbraten
Für die Sauce:
  • 1½ Tassen Teriyaki-Sauce
  • ½ Tasse Sojasauce
  • 1 Tasse Silan (Dattelsirup)
  • 1 Tasse Wasser
  • 5 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 2 EL Sesamöl
  • ½ TL Salz
  • ½ TL Pfeffer
  • 1 TL Chiliflocken oder Chilisalz (bei Verwendung von Chilisalz das zusätzliche Salz entsprechend weglassen.)
  • 1 EL Zitronensaft und/oder Reisessig, optional
  • 1 TL frischer Ingwer, fein gerieben, optional
Zum Garnieren:
  • 2 EL gerösteter Sesam
Silan sorgt für die besondere Note: Der israelische Dattelsirup bringt eine natürliche Süße und verleiht der Sauce ihre wunderbar dunkle, karamellige Farbe.
Zubereitung:

Und so geht’s: Zuerst wird die Sauce vorbereitet. Dafür Teriyaki-Sauce, Sojasauce, zerdrückten Knoblauch, Chili, Sesamöl, Silan und Wasser in einem kleinen Topf miteinander verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Sauce kurz erhitzen, dabei gut verrühren, anschließend beiseitestellen.

Sie sollte bewusst großzügig bemessen sein, denn später nehmen die Kartoffeln, Süßkartoffeln und das Hähnchen einen Teil der Flüssigkeit auf.

Die Sauce nicht zu früh reduzieren: Am Anfang wirkt die Menge vielleicht großzügig – aber genau das ist gewollt. Kartoffeln, Süßkartoffeln und Hähnchen nehmen beim Schmoren viel von der aromatischen Flüssigkeit auf.

Nun die drei großen Zwiebeln schälen und in feine Streifen schneiden.

In einem großen, schweren Topf etwas neutrales Öl erhitzen. Die Zwiebeln hineingeben und bei mittlerer bis hoher Hitze langsam karamellisieren lassen.

Hier lohnt sich Geduld: Die Zwiebeln sollen richtig weich werden und eine tief goldbraune Farbe entwickeln. Je nach Hitze und Topf kann dieser Vorgang etwa 20 bis 30 Minuten dauern.

Geduld beim Karamellisieren: Je langsamer die Zwiebeln karamellisieren, desto intensiver, aromatischer und süßer wird ihr Geschmack.

Während die Zwiebeln langsam vor sich hin rösten, das Hähnchen gründlich vorbereiten. Kartoffeln und Süßkartoffeln schälen und anschließend in größere, möglichst gleichmäßige Stücke schneiden.

Während die Zwiebeln langsam zu karamellisieren beginnen, bereiten wir die restlichen Zutaten vor.

Sobald die Zwiebeln schön goldbraun und weich sind, das Hähnchen in den Topf geben. Bei mittlerer bis hoher Hitze etwa 15 Minuten gemeinsam mit den Zwiebeln anbraten. Das Hähnchen sollte dabei von allen Seiten leicht Farbe bekommen und die köstlichen Röstaromen der Zwiebeln aufnehmen.

Lassen Sie sich Zeit beim Anbraten des Hähnchens. Je schöner es Farbe bekommt, desto aromatischer wird am Ende das gesamte Gericht.

Nun Kartoffeln und Süßkartoffeln in größeren Stücken ebenfalls in den Topf geben und alles vorsichtig miteinander vermengen.

Hähnchen und Gemüse gründlich miteinander vermengen – so verteilt sich das Aroma der karamellisierten Zwiebeln bereits im gesamten Topf.

Jetzt kommt der große Moment: Die vorbereitete Sauce über das One-Pot-Gericht gießen.

Und auch hier gilt: Es darf ruhig reichlich Sauce sein. Sie soll das Hähnchen, die Kartoffeln und die Süßkartoffeln großzügig umgeben.

Die erhitzte Sauce über das One-Pot-Hähnchengericht geben und den Topf abdecken. Jetzt darf das Ganze ganz in Ruhe und langsam schmoren.

Den Topf abdecken und alles bei niedriger Hitze etwa 1 Stunde und 15 Minuten langsam schmoren lassen. Nach der ersten Kochzeit den Deckel vom Topf nehmen und die Soße etwa 30 Minuten eindicken lassen.

Das Gericht ist fertig, sobald die Kartoffeln und Süßkartoffeln weich sind, das Hähnchen vollständig durchgegart ist und die Sauce deutlich reduziert hat. Sie sollte nun dunkel, glänzend, dicklich und wunderbar karamellig sein.

Während der Schmorzeit gelegentlich vorsichtig umrühren, damit sich die Sauce gleichmäßig verteilt und nichts am Boden ansetzt.

Unser Gericht ist fertig. Und es überzeugt nicht nur mit seinem herrlichen Duft!

Zum Servieren das fertige Gericht nach Belieben mit etwas frischem Koriander oder Petersilie und einer Prise geröstetem Sesam garnieren.

Was für ein herrlicher Teller! Ich muss zugeben: Das Rezept der jungen Klassenkameradin hat auch bei uns ordentlich gepunktet!

TIPP 1: Wer es etwas feuriger mag, kann die Menge der Chiliflocken erhöhen. Für eine mildere Variante einfach entsprechend weniger Chili verwenden.

TIPP 2: Dieses Gericht lässt sich wunderbar vorbereiten und passt deshalb besonders gut auf einen entspannten Schabbat-Tisch. Die Kombination aus süßlich karamellisierten Zwiebeln, würziger Teriyaki-Sauce, zartem Hähnchen und den weich geschmorten Kartoffeln und Süßkartoffeln macht es zu einem echten Wohlfühlgericht für die ganze Familie.

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen herzlichen Schabbat Schalom und Bete-avon!

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