
Schabbat-Duft: Traditionelle Rezepte zum Nachkochen (187): Cariot Tapuchim im Bezek Filo – Karamellisierte Apfelkissen aus Filoteig
von Nadine Haim Gani
JERUSALEM, 11.09.2026 – Ein neues Jahr beginnt – und mit ihm die Hoffnung auf ein ruhiges, gesegnetes und vor allem süßes neues Jahr. Heute Abend wird Rosch Ha’Shana 5787, das jüdische Neujahrsfest, im Heiligen Land gefeiert. Es beginnt mit dem Sonnenuntergang und fällt in diesem Jahr genau mit dem Beginn des Schabbat zusammen. Zwei besondere Anlässe treffen somit an einem Abend aufeinander: der festliche Schabbattisch und der gedeckte Tisch zu Rosch Ha’Shana.
Rosch Ha’Shana bedeutet wörtlich „Kopf des Jahres“ und markiert den Beginn des neuen jüdischen Jahres. Die beiden Festtage gehören zu den Jamim Nora’im, den „Tagen der Ehrfurcht“, und eröffnen eine Zeit der Besinnung, der Buße, des Gebets und des Neubeginns, die bis Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Fastentag, führt. Zu den zentralen Traditionen gehört das Schofar, dessen Klang an diesen Tagen zur Einkehr und zum Nachdenken über das vergangene und das kommende Jahr einlädt.
Diese besondere Stimmung findet sich natürlich auch auf unseren Festtellern wieder. Rosch Ha’Shana ist ein Fest der symbolischen Speisen. Verschiedene Lebensmittel werden gegessen, um Wünsche und Hoffnungen für das kommende Jahr auszudrücken. Besonders bekannt ist der Apfel mit Honig. Das Obst wird in Honig getaucht und mit dem Wunsch verbunden, dass das neue Jahr gut und süß werden möge. Dazu kommen, je nach Tradition und Familie, unter anderem Granatapfel, Fisch oder ein Lammkopf sowie weitere symbolische Speisen. Der Granatapfel steht für die Hoffnung, dass die guten Taten und Verdienste ebenso zahlreich sein mögen wie seine vielen Kerne. Auch Karotten, Datteln und andere Speisen gehören in unterschiedlichen jüdischen Traditionen zum festlichen Rosch-ha-Schana-Tisch.
Genau hier setzen unsere heutigen karamellisierten Apfelkissen an. Sie greifen den vertrauten Apfel-Honig-Brauch auf, geben ihm aber eine moderne, knusprige Form: Süße, karamellisierte Äpfel treffen auf hauchdünnen Filoteig und feine Mandeln. Zum Servieren kommen noch etwas Puderzucker und, ganz im Zeichen des Festes, Honig oder Granatapfelkerne dazu. Das Ergebnis ist ein Dessert, das nicht nur wunderbar zum Anlass passt, sondern auch überraschend unkompliziert in der Zubereitung ist. Die kleinen Apfelkissen sehen festlich aus, lassen sich gut vorbereiten und machen auf dem gedeckten Tisch ordentlich etwas her. Also: Ärmel hoch, Äpfel her und los geht’s! Auf ein gutes, süßes und friedvolles neues Jahr!
- Kochzeit: 50–60 Minuten
- Portionen: ca. 15-16 Apfelkissen
- Schwierigkeitsgrad: Einfach

Zutaten:
Für die Apfelkissen:
- 1 Packung Filoteig, etwa 15-16 Blätter
- 300 gr Butter zum Bestreichen
- 100 gr gemahlene Mandeln
Für die Apfelfüllung:
- 8–9 grüne Äpfel
- 50 gr Butter für die Äpfel
- 100 gr brauner Zucker
- Saft von ½ Zitrone
- Prise Zimt (optional)
- 1 TL Speisestärke
- 4 EL Wasser
Zum Garnieren:
- 40 gr Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:
Und so geht’s: Zunächst wird die Kissenfüllung zubereitet. Dafür die Äpfel schälen und in kleine Würfel schneiden.

In einer großen, breiten Pfanne oder einer Sautéuse 50 g Butter und den Zucker erhitzen, bis sich ein goldbrauner Karamell bildet. Während sich die Butter erhitzt und der Zucker schmilzt immer wieder umrühren. Anschließend die Pfanne kurz vom Herd nehmen, den Zitronensaft vorsichtig einrühren und die Apfelwürfel hinzufügen.
Die Äpfel etwa zehn Minuten unter gelegentlichem Rühren garen, bis sie weich, aber noch leicht bissfest sind, ggf. mit einer Prise Zimt verfeinern. Die Speisestärke mit dem Wasser glatt verrühren und unter die Äpfel mischen. Die Füllung noch etwa eine Minute weiterkochen, bis sie leicht eindickt.
Anschließend die Apfelfüllung vom Herd nehmen und vollständig abkühlen lassen.

Jetzt geht es an den Filoteig!
WICHTIG: Während der Herstellung unserer Teigtäschchen arbeiten wir immer nur mit einem Teigblatt. Die restlichen Filoteigblätter unbedingt mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken. Der Teig trocknet sehr schnell aus und wird dann brüchig und unbrauchbar!
Nun machen wir uns ans Füllen.
Die 300 g Butter in der Mikrowelle etwa 40–60 Sekunden schmelzen.
Jeweils ein Filoteigblatt ausbreiten und mit der geschmolzenen Butter bestreichen. Die Hälfte des Filoteigblattes mit etwa 2 Teelöffel gemahlenen Mandeln bestreuen. Anschließend das Teigblatt der Länge nach zur Hälfte falten, sodass ein schmales Rechteck entsteht.

Am unteren Ende des Teigblattes etwa einen großen Esslöffel der abgekühlten Apfelfüllung platzieren.

Nun die rechte und linke Seite des Teigs vorsichtig über die Füllung zur Mitte hin falten.

Anschließend den Teig langsam nach oben falten, sodass ein kleines, hübsches Kissen entsteht. Nacheinander werden so alle Apfelkissen gefaltet.

Die fertigen Apfelkissen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und nochmals großzügig mit geschmolzener Butter bestreichen.
Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen.

Im vorgeheizten Backofen die Apfelkissen bei 180 °C Umluft auf mittlerer Schiene etwa 15 Minuten backen, bis der Filoteig goldbraun und herrlich knusprig ist.
Vor dem Servieren die Apfelkissen großzügig mit Puderzucker bestäuben.

Wer es besonders üppig mag, serviert die warmen Apfelkissen mit Vanilleeis, Schlagsahne oder einem Klecks Vanillesauce.


TIPP 1: Für eine besonders festliche Note können die Äpfel mit etwas Kardamom oder einer Prise Vanille verfeinert werden. Freunde von Rosinen können eine Handvoll der getrockneten Trauben beifügen.
TIPP 2: Für zusätzlichen Biss in unserem Rosch Ha’Shana-Dessert sorgen gehackte Walnüsse, Pekannüsse oder Mandeln.
TIPP 3: Ein wenig Orangen- oder Zitronenschale in der Apfelfüllung bringt eine frische und aromatische Note.
Wir wünschen unseren Lesern ein herzliches Schabbat Schalom und ein gesegnetes Shana Tova! Bete’avon!