
Schabbat-Duft: Traditionelle Rezepte zum Nachkochen (188): Ktzitzot Pazil – Gemüse-Bällchen aus Mangold
von Nadine Haim Gani
JERUSALEM, 18.09.2026 – Letzte Woche haben wir anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes Rosch Ha’Schanah wieder eine liebevolle Lieferung mit allerlei leckeren Köstlichkeiten von unserer lieben „Oma“ Yael erhalten. Neben leckerem Gebäck mit einer herrlichen Kürbisfüllung, an das Rezept kommen wir auch noch, durften wir ihre Pazil probieren. Herzhafte Gemüse-Bällchen aus Mangoldblättern, die bei uns sofort für Begeisterung gesorgt haben.
Doch was suchen die kleinen Bällchen eigentlich auf dem Rosch Ha’Schanah-Tisch? Zu den schönen Traditionen des jüdischen Neujahrsfestes gehören die sogenannten Simanim, symbolische Speisen, die mit guten Wünschen und Segnungen für das neue Jahr verbunden sind. Eine dieser symbolischen Speisen sind die Mangoldblätter. Damit sie jedoch nicht einfach nur als langweiliges Blattgemüse auf dem Tisch liegen, hat Oma Yael aus den grünen Blättern herzhafte Gemüse-Patties gezaubert. Die Bällchen nennen sich traditionell Pazil.
Da wir finden, dass so ein tolles Rezept nicht nur auf dem Küchentisch der begabten marokkanischen Großmutter bleiben sollte, haben wir ihr natürlich das Rezept entlockt und es gleich selbst ausprobiert. Die kleinen Bällchen passen nämlich nicht nur zum jüdischen Neujahrsfest, sondern auch wunderbar zu einem gemütlichen Schabbat-Essen. Außen sind sie leicht knusprig, innen weich und würzig. Perfekt dazu passt frisches Schabbatbrot. Wir möchten Ihnen dieses Rezept natürlich nicht vorenthalten. Also, los geht’s!

- Kochzeit: 1 Stunde
- Portionen: 16–18 Gemüsebällchen
- Schwierigkeitsgrad: sehr einfach
Zutaten:
- 450–500 g Mangoldblätter bzw. Blätter von roter Bete
- 170 g Schalottenzwiebeln
- 2 Eier
- 5 EL Semmelbrösel oder Paniermehl
- 1 TL Salz
- ½ TL Pfeffer
- 300 ml Öl zum Braten

Und so geht’s:
Die Mangoldblätter und die Schalottenzwiebeln gründlich waschen, klein schneiden und anschließend etwa 30 Minuten in einem Sieb abtropfen lassen.

Das geschnittene Gemüse mit etwa 200 ml Wasser in einen großen Topf geben und bei mittlerer Hitze etwa 7–10 Minuten dünsten, bis alles weich zusammenfällt. Während des Dünstens immer wieder leicht umrühren.
Die gegarten Blätter gut abtropfen lassen und anschließend gründlich ausdrücken, damit möglichst viel Flüssigkeit entfernt wird. Das ist wichtig, damit die Ktzitzot später nicht zu weich werden.

Die Blätter mit den Eiern und dem Paniermehl vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und alles zu einer gut formbaren Masse verkneten.

Aus der Masse kleine, flache Bällchen beziehungsweise Frikadellen formen.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Ktzitzot bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun und leicht knusprig braten.

Auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und am besten noch warm servieren.

TIPP 1: Sind Sie ein Fan von Lauch? Dann probieren Sie das Gericht doch einmal statt mit Mangoldblättern mit drei Stangen Lauch! Die Schalottenzwiebeln können in diesem Fall weggelassen werden. Die Zubereitung bleibt gleich.
TIPP 2: Das Originalrezept der Pazil wird ohne Schalottenzwiebeln zubereitet. Wer keine zu Hause hat, kann sie daher problemlos weglassen.
TIPP 3: Für eine orientalische Note einfach etwas Knoblauch, Kreuzkümmel oder eine kleine Prise Paprikapulver hinzufügen.
TIPP 4: Die Pazil lassen sich wunderbar für den Schabbat vorbereiten und schmecken auch kalt oder bei Zimmertemperatur sehr gut – besonders zusammen mit frischem Schabbatbrot.

Wir wünschen unseren Lesern ein herzliches Schabbat Schalom und Bete-avon!